Im Herzen des Kannenbäckerlandes

Wirscheider Backes

21. Oktober 2016

Ein Zeugnis aus der sogenannten guten alten Zeit ist der Wirscheider Backes. Spät im 19. Jahrhundert gebaut diente er bis Anfang der 60er Jahre der Dorfbevölkerung, insbesondere den Bauern, zum Backen von Brot und Kuchen. Da fast alle Einwohner damals den Backes benutzen wollten, wurden die Backzeiten verlost. Die Bekanntmachung des Eregebisses erfolgte durch den Gemeindediener mit der Ortsschelle.

Gebacken wurde überwiegend Roggenbrot u. an den Wochenenden Streuselkuchen. Im Herbst zur Obstzeit buk man auch Zwetschgen- und Apfelkuchen. Nach dem Backen, wenn die Hitze im Backes nachließ, wurde bisweilen noch Obst getrocknet.

Das Backen war nicht immer von Erfolg gekrönt:
immer dann ging es daneben, wenn der Hefeteig nicht richtig aufging , die Hitze im Backofen nicht passend war oder gar das Mehl klamm war. Dies war immer dann der Fall, wenn die Frucht – Korn und Weizen – je nach Witterung – nicht immer trocken in die Scheune gefahren bzw. zum Müller geracht worden war. Angepaßt war die Qualität des Brotes!

Das Wirscheider Backhaus schien in den späten Sechzigern und den Siebzigern mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. “Man” kaufte das Brot jetzt auf dem Höhepunkt des Wirtschaftswunders….. Im Jahre 1982 wurde er dann im Zuge der Erweiterung des Feuerwehrhauses von der Freiw. Feuerwehr wieder instand-gesetzt und renoviert.

Dank dem kulturellen Engagement der Feuerwehr gibt es seit diesem Zeitpunkt alljährlich am 2. Wochenende im September das “Backesfest”, welches sich zu einem schönen Heimatfest in der Umgebung gemausert hat und viele Besucher aus nah und fern anlockt.

 

Zuletzt bearbeitet: 21. Oktober 2016

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